Lonely Planet

15 04 2008

Gerade gelesen: Lonely Planet ist abgekupfert und erfunden. Interessant. Wird wohl nicht umsonst häufig „lying planet“ genannt. Habe mich auch mit dem Südamerikaführer von Lonely Planet rumgeschlagen. Ein dickes Buch welches vieles enthält aber häufig zuwenig Tiefe hat. Ein Kompromiss. Ein nächstes Mal würde ich nur länderspezifische Guides mitnehmen. Besser nur den vom ersten Land und dann schauen, dass ich in einem Hostel diesen gegen einen des nächsten Landes eintauschen kann. Das Buch wäre dann etwas dünner und hätte erst noch mehr Inhalt. Und ob Footprint, Lonely Planet, Rough Guide und wie sie alle heissen spielt eigentlich nicht so eine Rolle. Vieles ist identisch und am Wichtigsten ist, dass man in etwa das Gefühl bekommt wie die Autoren bewerten. Und am Besten ist immer noch neugierig sein und Augen offen halten.

Ach ja, und da war doch auch einmal die Diskussion mit Deutschen dass Reiseführer eigentlich ein etwas heikles Wort ist. Nicht ganz abgeschlossene Vergangenheitsbewältigung.





Was war?

26 03 2008

Knapp 6 Monate, 7 Länder, einige nur kurz, andere länger, beinahe 30 Stempel im Pass, was wäre die Welt ohne Stempel? Unzählige Leute, neue Bekanntschaften, neue Freunde, 2 neue Digicams, knapp 10000 Fotos und noch viel mehr Eindrücke welche zum Verarbeiten noch etwas Zeit brauchen. Schön wars und die Frage was am schönsten war, am eindrücklichsten, am schlechtesten, am „was auch immer“ ist nicht beantwortbar. Das aus jeder Situation das Beste machen und realisieren das egal was passiert, es geht weiter. Das war immer ein gutes Gefühl. Gibt Mut. Das nur sich selbst verpflichtet sein. Auch genial.

War natürlich Hilfreich, dass ich in der ganzen Zeit kaum schlechtes Wetter hatte. Über den Daumen gepeilt wohl knapp 5 reine Regentage. Wahnsinn. Kein Tag wegen dem Wetter im Hostel stecken geblieben. Auch sonst selten stecken geblieben. Immer fuhr ein Bus weiter. Die komplette Spontanität ist aber im Süden, in Argentinien und Chie etwas verloren gegangen. Ein paar Tage vorausbuchen war nötig. Hat mich einiges an Überwindung gekostet. Den Luxus nichts vorauszuplanen ging etwas verloren.

Solche „es war eine schöne Reise und das ist mein letzter Blogeintrag“ Einträge haben immer etwas melancholisches, beinahe pathetisches an sich. Das mit glänzenden Augen zurückschauen auf eine schöne Zeit. Ich wollte eigentlich nicht aber wenn ich nun den Bericht wieder lese… Tja… es war einfach eine schöne Zeit und da kann ich auch nicht anders.

Und nun? Wie weiter? Jobsuche, noch etwas Freizeit geniessen. Freunde treffen. Ich hoffe ich kann das Gefühl des Reisens noch etwas in mir behalten. Der Alltag kommt. Ich freue mich darauf.

p.s. und nun noch der obligate Ratschlag: Macht’s auch, geht Reisen. Ein super Gefühl ein One-Way Ticket in der Hand zu haben und bei der Rückkehr nicht am Montag danach schon wieder im Büro stehen zu dürfen. Bei mir hat der Zufall vieles erleichtert und vieles ermöglicht. Ich freue mich schon auf’s nächste mal den Rucksack zu packen…





Was bisher geschah…

25 03 2008

Mittlwerweile habe ich schon wieder einige Grenzen überschritten. Landesgrenzen,  Kontinentalgrenzen, Temperaturgrenzen,  Mentalitätsgrenzen, Sprachgrenzen, … Aber alles der Reihe nach. Von Buenos Aires ging es noch kurz nach Uruguay – Colonia war das Ziel und ist mit dem Boot in knapp einer Stunde von BsAs erreichbar. Herausgeputzt und ganz nett erwartete uns die Kleinstadt. Was erwartete ich? Wohl zuviel? Überreizt von BsAs und etwas Reisemüde so kurz vor der Heimreise fiel es mir etwas schwer mich auf neues Einzustellen. Einen Gang zurück und das alte Rezept anwenden: Nichts erwarten und überraschen lassen. So vergingen die zwei Tage in Uruguay schnell und der Endspurt lag vor mir. Letzte Sachen einkaufen, verabschieden von der Stadt und mentales Adios vom Reisealltag. Dann in den Flieger. Hoffen auf einen Sitzplatz zu zweit. Im Flieger Entwarnung und bald darauf nervende Sitznachbaren in der Reihe dahinter. Ich hatte das schlimmste von der Airline befürchtet – Iberia – kommt das gut? Habe ja schon schlimmes gehört. Wurde positiv überrascht. Nur die dahinter. Aber da kann die Airline nichts dafür.

Dann kurz in Madrid einen Zwischenhalt. Die leise Vorahnung, dass der Sommer den Weg nach Europa noch nicht gefunden hat. Das letzte mal Spanisch in den Ohren und weiter gings in den Norden. Anflug auf Zürich. Schnee im Zürcher Oberland. Im Flugzeug zuckten ich vor Kälte zusammen. Aussteigen. Gepäck – wie immer in Zürich super schnell. Familie. Zuhause.

Oder noch nicht ganz. Bis ich wirklich angekommen bin wirds wohl noch ein weilchen gehen. Noch etwas geniessen. Sich über Unterschiede verwundern, nerven, geniessen, irritiert sein. Ich freue mich darauf. Nur der Winter der setzt schon etwas zu.





Und wieder in Buenos Aires

18 03 2008

Cafayate war wunderbar! Relaxed, super Wetter, guter Wein. Meiner Meinung nach friedlicher um von Bodega zu Bodega zu degustieren als in Mendoza. Die Landschaft rundherum einzigartig. Felsen in allen Farben. Faszinierende Strukturen. Skurile Formationen. Aber auch damit war mal Schluss und nach kurzen 200km nach Salta mit unserem Ford Ka waren wir glücklich, dass wir das Auto zurückgeben konnten. Ist alles in Ordnung? Wurde gefragt. Jaja und Kopfnicken. Schnell den Visa Voucher zerreissen und ab auf den Flughafen. Wäre ja schon ehrlicher gewesen zu sagen, dass der Zustand des Autos schon von Anfang an lausig war… Aber wir wollten weg. Weg nach Buenos Aires.

Und wieder die Kontraste. Am Morgen noch von der Sonne in Cafayate durch ein Tal mit Regen in den Hochnebel von Salta und dann mit dem Flieger. 2h. In die Hitze von Buenos Aires. 24h Busfahrt gespart. Wir waren froh. Schon faszinierend wieviel man in ein paar Tagen und Wochen erleben kann. Ich bin jedes Mal aufs neue Überrascht. Eben noch in Iguazu das Tosen der Fälle, ein paar Tage später die Ruhe auf dem Altiplano, das Gerüttel und Gequietsche des Autos und nun wieder im ¨bekannten¨ aber immer noch unbekannten Buenos Aires.

Jetzt etwas shoppen, sich über die Streiks von Iberia nerven, kurz nach Uruguay, wohl auch noch etwas Tango und dann ist dann schon bald Ende des Ferienalltages. Bin gespannt auf das was kommt.





Zurück zur Ruta 40

14 03 2008

Von Salta sind wir gerade mit dem Mietauto unterwegs am die Gegend zu erkunden. Das Auto in einem wunderbaren Zustand. Bis jetzt haben wir schon zweimal eine Gomeria aufgesucht um Räder zu wechseln oder zu reparieren. Die Fahrt ging bis jetzt durch tolle Täler und Landschaften in allen Farben und Formen. Über Teerstrassen und Schotterpisten bei Regen und Sonnenschein. Das Altiplano hat uns aber wieder einmal nicht im Stich gelassen. In Salta noch Regen und in der Höhe wunderbares Wetter. Am Strassenrand begleiten uns Lamas, Alpacas und Vicuñas zum abwinken. Und das wieder auf der Ruta 40 – die gleiche Strasse wie schon einen Monat früher auf dem Weg von Bariloche nach Chalten. Nun aber selber am Steuer und immer mit der Angst im Nacken ob das Auto alles aushält. Bis jetzt hatten wir Glück. Und nach Gestern mit 140km Schotter zwischen Cachi und Cafayate haben wir nur noch Teerstrassen vor uns. Bis dahin gehts aber zuerst einmal ein paar Bodegas besichtigen.

Hotels:
Abra Pampa
– habe ich den Namen vergessen – aber soviel auswahl gibt´s in diesem Dorf nicht und das Hotel in der Nähe der Plaza de Armas war tiptop. Besser und billiger als in Salta.

Cachi – Hospedaje El Cortijo de Maria Luisa – wunderbar und mit viel Liebe eingerichtet. Etwas teurer aber ein 100 prozentiger Genuss.

Cafayate – Hostal Killa – super Hotel ideal zu zweit und nach 5 Monaten Hostels. Hat sogar eine Badewanne und wer hat schon was gegen ein Glas Torrontes beim Baden. Genuss pur.





Retour

9 03 2008

Flecha Bus – Was für ein Erlebniss. 23h. Schmuddelig. Iguazu – Salta. Vom Nordosten in den Nordwesten von Argentinien. Ein lange Fahrt. Nur meine Begleitung war super. Ist diese Strecke wohl das Sibirien von Argentinien? Die Strecke in der die Stewards mit den schlechtesten Noten und die ältesten Busse verbannt werden? Was solls, meine letzte lange Busfahrt für eine Weile ist hinter mir. Zurück nach Buenos Aires geht es dann mit dem Flieger.

Zurück in Salta, in die erste Stadt welche ich in Argentinien gesehen habe. Interessant wie sich der Eindruck ändert. Das erste Mal bin ich voll mit Eindrücken aus den Andenländern gekommen. Nun vom Süden. Damals die Überraschung der ersten ¨westlicheren¨ Stadt. Nun, nach all den Erlebnissen das zurückkehren in die Welt der Anden. Gesichter der Indios. Dünklere Hautfarbe. Alles ungeschlifener. Aber was bleibt – Salta la linda gefällt mir.

Hostel
Hostal Condor Pass – leider hatte das Hostal Catedral die Zimmer in der Calle España nicht mehr frei. Schade. Das Condor Pass ist super gelegen. Ansonsten akzeptabel aber auch nicht mehr.





Sturzfluten

6 03 2008

Buenos Aires – Nach einigen Nächten im HI Hostel und einer Nacht in einer Abstiege gings wieder aufwärts. Martina ist angekommen und im Barrio Palermo fanden wir ein Hostel. Was für ein Viertel! Shops, Restaurants, Bars, viel Design und ganz tolle Details. Eine solche Flut von gutem Geschmack habe ich in ganz Südamerika kaum gesehen. Oft war Kreativität und Originalität eher im Hintergrund. Meist ist massgebend was der Nachbar machte und dann wird kopiert. Das Pollo Restaurant nebenan hat viele Kunden – also, nichts wie los und noch eines ist eröffnet. Der Optiker floriert – wieso ich nicht auch. Hier wars anders. Mit offenem Maul gings durch die Strassen. Einfach schön. Wie das Wetter – das war schön spannend. Nach viel Sonne und schwülen Tempertaturen gabs zum Schluss noch offene Schleusen. Einige Gewitter und Seen auf den Strassen. Interessant. Gleich offen, aber weniger interessant war meine Verdauung. Bioflorin und Imodium wurden meine Begleiter. Auch Martina profitierte wenig später von diesen Helfern. 16h Busfahrt nach Iguazu vor uns und wir waren etwas besorgt. Aber ging gut. Chemie sei dank.

Direkt auf die brasillianischen Seite in ein Hostel weit ab der Welt. Ruhe pur. Ausspannen. Sonnenuntergang. Tropische Temperaturen. Auch die Körpertemperatur von Martina. Einen Tag Krankenpfleger. Abwechslung. Dann die Fälle. Was für eine Wucht. Genial. Und heute von der Argentinischen Seite. Einfach unglaublich wie die Wassermassen in die Tiefe fallen. Zuvor noch ganz ein gemütlicher Fluss und danach dieses Getöse! Schön. Habe noch nie soviel Wasser fotografiert.

Hostel:
Buenos Aires – Cypress Inn Bed & Breakfast
– Tolles B&B im Herzen vom Barrio Palermo. Super Zimmer, sauber und freundlicher Staff.

Foz do Iguazu – Hostal Natura
– Ausserhalb von Foz do Iguaçu. Tolles Hostel, wunderbar gelegen und ideal für alle die Ruhe suchen. Super freundlicher und relaxter Besitzer. Zum Wohlfühlen.

Puerto Iguazu – Hostal Iguazu Falls - HI Hostel – wie meist bei Hostels dieser Kette gross und unpersönlich mit nicht allzu leidenschaftlichem Personal. Dafür Zentral und nicht allzu teuer.





Nach Norden

29 02 2008

Die Ruhe von Ushuaia ist hinter mir. Nach unzähligen Busstunden wieder einmal im Flugzeug. Ab nach Norden. Ushuaia war Entspannung pur. Nach den wunderbaren Nationalparks von Patagonien in welchem man die Highlights ansehen muss war in Ushuaia wieder die Auswahl nach Lustprinzip angesagt. Nach Fliegen und Segeln noch ein Tag mit dem Auto über Schotterstrassen und auf eine Insel mit Pinguinen. Toll und patschig diese Tierchen.

Und nun Buenos Aires. Vibrieren. Laut. Heiss und Schwül. Tango ist der Tanz der Stadt und Fussball die andere Leidenschaft. Die Tangoshow war zwar super touristisch doch gefallen hats mir trotzdem. Und das Fussballspiel der Copa Libertadores zwischen River Plate von Buenos Aires und America aus Mexico war ein Erlebniss. Euphorisch bin ich aber nicht – dazu fehlte dem Spiel der Pepp.

Buenos Aires gefällt mir. Nach einem Monat Natur pur wieder Stadt. Wieder mehr Facetten, mehr Kultur, Archidektur. Mehr Details. Nicht nur Touristen in farbigen Uniformen der Trekkenden. Meine Uniform war mir vor kurzem auch etwas genug. Schon wieder dieses T-Shirt. Schon wieder diese Hose. Nun, das Ende der Reise kommt näher. Peter ist zurück in die Schweiz, angebräunt für den Frühlingsanfang und ich freue mich auf die nächsten Abenteuer. 

Hotel:
Buenos AiresHostal Suites Obelisco, Grosses HI Hostel. Super Lage, freundliche Reception aber mir etwas zu gross.





Ushuaia – Das Ende der Welt

23 02 2008

Puerto Natales – Ushuaia mit dem Bus. 12 lange Stunden in einem viel zu engen Pacheco Bus. Ich fragte mich auf der Reise – lohnt sich diese Tortur um eine nächste Stadt zu sehen. Wieder eine Stadt und erst noch am Ende der Welt. Weiter südlich kommen noch ein paar Inseln. Dann Wasser. Dann Eis.

Aber es lohnt sich. Ushuaia ist nicht zum verlieben schön. Nicht verführerisch. Aber interessant. Und hat einiges zu bieten. Gestern wieder einmal in der Luft. Der Aeroclub Ushuaia betreibt hier ein paar Flugzeuge und ich sass am Steuerhorn. Throttle nach vorne, Rotate, Take Off. Schön wars. Jetzt bin ich am nördlichsten Punkt meiner Reise in einem Segelflugzeug gesessen und hier am Südlichsten in einem Motorflieger. Solche Gemeinsamkeiten habe ich gerne. Kreise schliessen sich. 

Nach der Luft war heute Wasser auf dem Programm. Segeln. Gestern Flugwetter,  nicht allzu viel Wind und Sonne. Heute Segelwetter, viel Wind und Sonne. Was will man mehr. Die Gischt spritzte und einige wurden ganz deftig nass. Segeln. Wunderschön. Am Ende der Welt.

Hostel: Hostel La Posta; Sauber, freundlich, komfortabel und zu empfehlen. Leider nur etwas weit vom Zentrum entfernt.





Das W

20 02 2008

Das W – Magischer Buchstaben fuer alle in Patagonien. Machst das W oder den Circuito? Meine Antwort war W – vier Tage, drei Naechte. W wie Wandern, Wind, Wolken. Wetter wie eine Waschmaschine mit integriertem Tumbler. Und Softwarefehler. Mal trocken, mal nass. Mal warm mal kalt. Die erste nacht hat Peter im Zelt neben mir mit den Zaehnen so geklappert das ich kaum schlafen konnte. Aber so richtig durchnaesst wurden wir nie. Nur mal etwas Sandgestrahlt. Wieder Sand. Nur diesmal kurz am Tag und nicht in der Nacht.

Die Landschaft und das Wetter macht den Torres del Paine aus. Wilde Gegend mit faszinierenden Felsformationen. Irgendwie seltsam wie die in Granitspitzen in die Gegend gekommen sind. Auch seltsam wie die Touristen in die Gegend kommen. Puerto Natales, die Stadt zum Park ist ca. 2-3h mit dem Bus vom Park entfernt. Ich stelle mir das mal in der Schweiz vor – irgendwo in der Region Zuerich eine kleine Stadt mit Traveller welche dann ins Berner Oberland Trekken gehen. Und dazwischen eigentlich nichts. Ausser Schafen. Die hatte es dann im Park nicht mehr. Nur gleich viele Touristen. Israelis in Gruppen. Farbige mit funktioneller Kleidung ausgeruestete Wanderer. Farbige Raincover auf den Rucksaecken. Mit Stoecken bewaffnet. Die Taeler hinauf. Gegend den Wind kaempfend. Ich war ein paar mal froh, konnte ich mich auf den Stoecken abstuetzen. Oder etwas bremsen als ich den Berg hinaufgeblasen wurde. Den Blick nach vorne und auch mal gegen oben, die Wolkenformationen bestaunend. In Gedanken wieder mal die Idee auch Zuhause etwas mehr Wanderungen zu machen. Das sagen viele die hier mit glaenzenden Augen den Park verlassen. Mir hats gefallen.

Hostel Puerto Natales: Casa Cecilia – ein super Hostel von einem Schweizer und seiner Chilenischen Frau gefuehrt. Super sauber und super Brot zum Morgenessen. Sie vermieten auch Equipment in gutem Zustand und mit sehr persoenlichem Service. Kann ich jedem Empfehlen.