Das W

20 02 2008

Das W – Magischer Buchstaben fuer alle in Patagonien. Machst das W oder den Circuito? Meine Antwort war W – vier Tage, drei Naechte. W wie Wandern, Wind, Wolken. Wetter wie eine Waschmaschine mit integriertem Tumbler. Und Softwarefehler. Mal trocken, mal nass. Mal warm mal kalt. Die erste nacht hat Peter im Zelt neben mir mit den Zaehnen so geklappert das ich kaum schlafen konnte. Aber so richtig durchnaesst wurden wir nie. Nur mal etwas Sandgestrahlt. Wieder Sand. Nur diesmal kurz am Tag und nicht in der Nacht.

Die Landschaft und das Wetter macht den Torres del Paine aus. Wilde Gegend mit faszinierenden Felsformationen. Irgendwie seltsam wie die in Granitspitzen in die Gegend gekommen sind. Auch seltsam wie die Touristen in die Gegend kommen. Puerto Natales, die Stadt zum Park ist ca. 2-3h mit dem Bus vom Park entfernt. Ich stelle mir das mal in der Schweiz vor – irgendwo in der Region Zuerich eine kleine Stadt mit Traveller welche dann ins Berner Oberland Trekken gehen. Und dazwischen eigentlich nichts. Ausser Schafen. Die hatte es dann im Park nicht mehr. Nur gleich viele Touristen. Israelis in Gruppen. Farbige mit funktioneller Kleidung ausgeruestete Wanderer. Farbige Raincover auf den Rucksaecken. Mit Stoecken bewaffnet. Die Taeler hinauf. Gegend den Wind kaempfend. Ich war ein paar mal froh, konnte ich mich auf den Stoecken abstuetzen. Oder etwas bremsen als ich den Berg hinaufgeblasen wurde. Den Blick nach vorne und auch mal gegen oben, die Wolkenformationen bestaunend. In Gedanken wieder mal die Idee auch Zuhause etwas mehr Wanderungen zu machen. Das sagen viele die hier mit glaenzenden Augen den Park verlassen. Mir hats gefallen.

Hostel Puerto Natales: Casa Cecilia – ein super Hostel von einem Schweizer und seiner Chilenischen Frau gefuehrt. Super sauber und super Brot zum Morgenessen. Sie vermieten auch Equipment in gutem Zustand und mit sehr persoenlichem Service. Kann ich jedem Empfehlen.





Höher, schneller, weiter

4 02 2008

Santiago im Rückspiegel des Buses, wieder einmal Nachtbus, 10h. Ich habe gut geschlafen und auch Peter, der mich nun bis nach Buenos Aires begleitet, sieht eigentlich ganz ausgeschlafen aus. Und wie immer wenn der Motor dröhnt und der Schlaf langsam aber sicher näher kommt drehen Gedenken runden im Kopf. Wie war das nochmals mit dem hektischeren Leben in Santiago, dem Wettbewerb, dem Wachsem müssen. Nun Reisen ist ja ab und zu auch genau gleich. Ich will immer wieder neues sehen und neue Orte entdecken und kennen lernen. Manchmal getrieben von der Ankündigung von Highlights. Torres del Paine ruft. Manchmal aber auch mehr der Nase nach, durchfragen, nach Lust und Laune. Aber nicht stehen bleiben. Mehr Eindrücke.

Eigentlich ja ganz ähnlich wie beim Arbeiten. Klar, ich will beim Reisen Dinge unternehmen und muss nicht. Aber ich bin auch Glücklich dass ich in der Lage bin zu erwarten dass meine Arbeit mir Spass machen soll. Nicht nur $$$. Und da will ich auch neues Lernen, mehr Verantwortung. Wachsen. Weiterkommen. Und kein Wachstum ist Stagnation.

Und so ging es dann nach Pucon. Wunderbar eingebettet in eine tolle Landschaft von Seen, Wäldern, Hügeln und einigen Vulkanen. Biken, Wandern und dann auch noch der Aufstieg zum Vulkan Villarica sind auf dem Programm gestanden. Super Wetter, tolle Erlebnisse und der Sommer ist nun definitiv da. Viele Touristen, vorallem Teens aus Chile die hier den Sommer abfeiern. Auch ein Unterschied zu den Andenländern – Ferien. In Ecuador, Peru und Bolivien habe ich eher wenige Einheimische gesehen. Ferien ist Luxus.

Nicht Luxuriös sondern holprig gings nach drei Tagen weiter. Einige Stunden Bus durch bewaldete Täler, entlang an Seen und ab und zu dem Blick auf einen Vulkan nach San Martin de los Andes in Argentinien. Wieder eine super Busfahrt mit toller Aussicht. Und San Martin ist niedlich. Nur – im Sommer auch ziemlich ausgebucht. Und uns packte die Panik. Wie weiter. Wohin. Wie kommen wir in den Süden. Planen. Bis jetzt war das Planen meist zweitranging. Den Rahmen abstecken und dann mal ab zum Busterminal, ein Bus, der nächste Ort. Und immer auch Hostels gefunden. Ist das nun eine Trendwende? Ich glaube ja. Schade.

Hotel Pucon

Hospedaje Victor – DZ für 9000 Pesos. Klein aber Fein. Sauber und zu empfehlen.





Ort um Ort

29 01 2008

Eben noch in Cordoba und schon in Santiago. Wieder alleine. Martin, welcher mit mir seit La Paz unterwegs war ist in Richtung Süden aufgebrochen. Interessant wars. Und schnell gings. Nach Cordoba wartete Mendoza mit Weintour, Rafting, Velofahren durch die Stadt, schlechten und guten Steaks, Sonne und Regen, vielen Diskussionen und Lachern. Danach der Bus nach Chile. Über die Anden. Eintritt nicht in den Himmel aber in die Welt der Kleinkriminellen und erfolgreich eine Banane über die Grenze geschmuggelt. Da wird immer über die USA gewettert und deren Kontrollen. Aber Chile ist kein bisschen besser. 3h dauerte es. Das Warten lohnte sich aber. Ein Gratis Theaterstück mit Namen Grenzkontrolle. Ich sehnte mich nach der schnellen Abwicklung in Peru und Bolivien. Dafür sah ich noch einen Condor der sich im Hangwind in die Höhe Kreiste. Wunderbar. Hätte ich nicht gesehen wenn das Ganze schneller gegangen wäre. Alles hat positive Seiten. Man muss sie nur sehen wollen. 

Und es wartete auch Valparaiso. Sommer, Sonne.  Schön auf der einen Seite doch immer präsent die sozialen Unterschiede. Der Übergang zwischen gut und böse ist mir fliessend vorgekommen. Zum Glück hatten wir an einem Nachmittag bei einem Stadtspaziergang das richtige Bauchgefühl und ein paar warnende Stimmen. Hat mich irgendwie an Arequipa erinnert. Wir waren erleichtert als wir mit dem Taxi am hellsten Sommernachmittag aus einem etwas dubiosen Quartier wieder im Zentrum angekommen waren. Erfrischend war dann das Bad im Pazifik. Premiere für mich auf dieser Reise. Bis dahin hatte ich mal ein Fuss ins Meer gehalten und das war noch im November oder Dezember. Der Strand von Viña del Mar war übersät mit Leuten und mein Badetuch nach kurzer Zeit mit Sand von vorbeirennenden Kindern. War ganz Lustig der Nachmittag.

Nächstes Highlight war dann Santiago. Was für eine Stadt. Vor ein paar Wochen noch in La Paz und nun die Geschäftstüchtigkeit der Leute hier. Aber ab und zu ist schon der Gedanke gekommen dass die Leute hier nicht ganz glücklich sind. Ab und zu etwas mürrisch oder gehetzt. Ist das nun eine Folge des wirtschaftlichen Erfolgs. Ist Europa, die Schweiz gleich? Und sind das nun erste Anzeichen bei mir von einem Gesinnungswandel und dem Hinterfragen des freien Wettbewerbes und Anflüge von Sehnsucht nach den Andenländern? Hmm… Ich bezweifle es. Ich geniesse beides. Und mir ist das Lachen nicht vergangen.

Hotels:
MendozaHotel Alexander; nicht allzu weit vom Zentrum und mit wenigen Backpackern. Sauber und ganz freundlich.
Val ParaisoEl Rincón Marino; in der Nähe des Busbahnhofes etwas weg vom Zentrum dafür ganz tolle Räume und nicht allzu teuer.
SantiagoHostal Londres im Barrio Paris Londres; hohe Räume, alter Parkett und alte Möbel. Günstig. Gefällt mir ausgezeichnet.

Tour Operator:
City Bike Mendoza
– Gute Idee mit Velostadtrundfahrt mit MP3 Player. Dafür etwas alte Velos und das Raftig das wir gebucht hatten war nicht was wir bekommen haben. Also: Bike OK aber fürs Rafting zu jemandem anderem.





Salz, Sand und weite Landschaften

13 01 2008

Einige Tage Kontrastprogramm sind nun hinter mir. Zuerst die spiegelnden Flaechen von Salar de Uyuni. Wunderbar. Unvorstellbar. Wo ist nun unten, wo oben? Unser Fahrer in seinem Toyota 4×4 hats auf jeden Fall gewusst. Zum Glueck. Denn nach dem Weiss des Salzes war das Abenteuer „in 3 Tagen nach Chile“ erst am Anfang und noch lange nicht fertig. Fertig war zum Glueck auch erst etwas spaeter meine Batterie des Fotoapparates. Und wenn ich schon wieder mal einen neuen bei mir habe wird er auch eifrig gebraucht. Die Fotos werden dann auch wieder mal auf Flickr geladen – aber habt noch etwas Geduld…

Die weiten des Altiplanos sind schon eindruecklich. Was die Leute da wohl machen in den Doerfern entlang der Strasse? Nun, einige Leben von den Minen von welchen es da reichlich gibt. Andere vom Lamazuechten und dritte wohl vom Tourismus. Wie auch im Dorf in der ersten Nacht. Die einen unserer Gruppe hatten nicht so Freude an der Unterkunft. War ziemlich einfach. Aber ganz ok. Nur ists halt schon so, dass die Leute in den Reiseagenturen in Uyuni einem alles versprechen und wenig halten. Leiden muessen dann die Fahrer und Koeche welche nichts dafuer koennen.

Anyway – am naechsten Tag war dann die Laune des Wetters in etwa entsprechend dem Gejammer der einen. Regen und Schnee am Morgen, dann Sonne mit einigen Schauern. Regenzeit. Und dabei gings vorbei an Vulkanen im Nebel, Flamingos in Lagunen – in was fuer Wasser die die Koepfe stecken – unglaublich. Habe auch nicht gewusst, dass die da in den Altiplanolagunen Leben. Das ist der Vorteil wenn die Reiseplanung nicht auf das letzte Detail durchgefuehrt wurde. Da bleibt mehr Raum fuer Ueberraschungen und weniger fuer Entaeuschungen. Ich finde es ideal. Habe ja eigentlich nur den Salzsee von Uyuni erwartet. Aber das ich dann Wuesten im Altiplano sehe mit allen Brauntoenen die ich mir noch nie vorgestellt hatte und die Berge und Vulkane im Hintergrund. Die Lagunen. Die Flamingos. Der Schnee. Das Geruettel des Jeeps. Das Baden bei Quellen. Das Spiegeln der Landschaft in den Lagunen. Schlammbecken die in allen Farben sprudeln. Also ich habs genossen.

Und am Schluss dann noch der letzte Kontrast – Chile. Nach der Grenze eine geteerte Strasse, mit vielen Schildern. Mit Strassengraben. Dachte nach Bolivien schon, dass es das gar nicht braucht. Nun, es funktioniert auch ohne. Und jetzt in San Pedro de Atacama. Touristen, Touristen, Touristen und einige Verwirrung in meinem Kopf was wie teuer ist. Teuer ist alles aber wie funktioniert das schon wieder mit den Pesos von hier?