Salz, Sand und weite Landschaften

13 01 2008

Einige Tage Kontrastprogramm sind nun hinter mir. Zuerst die spiegelnden Flaechen von Salar de Uyuni. Wunderbar. Unvorstellbar. Wo ist nun unten, wo oben? Unser Fahrer in seinem Toyota 4×4 hats auf jeden Fall gewusst. Zum Glueck. Denn nach dem Weiss des Salzes war das Abenteuer “in 3 Tagen nach Chile” erst am Anfang und noch lange nicht fertig. Fertig war zum Glueck auch erst etwas spaeter meine Batterie des Fotoapparates. Und wenn ich schon wieder mal einen neuen bei mir habe wird er auch eifrig gebraucht. Die Fotos werden dann auch wieder mal auf Flickr geladen – aber habt noch etwas Geduld…

Die weiten des Altiplanos sind schon eindruecklich. Was die Leute da wohl machen in den Doerfern entlang der Strasse? Nun, einige Leben von den Minen von welchen es da reichlich gibt. Andere vom Lamazuechten und dritte wohl vom Tourismus. Wie auch im Dorf in der ersten Nacht. Die einen unserer Gruppe hatten nicht so Freude an der Unterkunft. War ziemlich einfach. Aber ganz ok. Nur ists halt schon so, dass die Leute in den Reiseagenturen in Uyuni einem alles versprechen und wenig halten. Leiden muessen dann die Fahrer und Koeche welche nichts dafuer koennen.

Anyway – am naechsten Tag war dann die Laune des Wetters in etwa entsprechend dem Gejammer der einen. Regen und Schnee am Morgen, dann Sonne mit einigen Schauern. Regenzeit. Und dabei gings vorbei an Vulkanen im Nebel, Flamingos in Lagunen – in was fuer Wasser die die Koepfe stecken – unglaublich. Habe auch nicht gewusst, dass die da in den Altiplanolagunen Leben. Das ist der Vorteil wenn die Reiseplanung nicht auf das letzte Detail durchgefuehrt wurde. Da bleibt mehr Raum fuer Ueberraschungen und weniger fuer Entaeuschungen. Ich finde es ideal. Habe ja eigentlich nur den Salzsee von Uyuni erwartet. Aber das ich dann Wuesten im Altiplano sehe mit allen Brauntoenen die ich mir noch nie vorgestellt hatte und die Berge und Vulkane im Hintergrund. Die Lagunen. Die Flamingos. Der Schnee. Das Geruettel des Jeeps. Das Baden bei Quellen. Das Spiegeln der Landschaft in den Lagunen. Schlammbecken die in allen Farben sprudeln. Also ich habs genossen.

Und am Schluss dann noch der letzte Kontrast – Chile. Nach der Grenze eine geteerte Strasse, mit vielen Schildern. Mit Strassengraben. Dachte nach Bolivien schon, dass es das gar nicht braucht. Nun, es funktioniert auch ohne. Und jetzt in San Pedro de Atacama. Touristen, Touristen, Touristen und einige Verwirrung in meinem Kopf was wie teuer ist. Teuer ist alles aber wie funktioniert das schon wieder mit den Pesos von hier?





Musik liegt in der Luft

10 01 2008

Ende La Paz, im Bus in Richtung Uyuni. Nachtbus, der IPod versorgt mich mit Erinnerungen und ich lasse etwas die verganenen Wochen revue passieren. Was waere Reisen ohne Musik. Bei mir im Moment hoch im Kurs Placebo. Wunderbar. Song to Say Goodbye. Ideal um La Paz zu verlassen. Zum zweiten mal.

Toll, am Reisen ist das man immer wieder neues, unbekanntes vor einem hat und schon bald mit einem Haufen Eindruecken weiterreisen kann. Gerueche wie die einer Ansammlung Indios welche auf der Plaza Murillo am Protestieren sind. Intensiv aber nicht ganz angenehm. Oder das Bild der Typen die an die Kathedrale pinkeln. Die am Schlange stehen sind! Oder die Musik der Strasse, das Hupen der Autos, das schreien aus den Micro oder Colectivos. Uebrigens eine tolle Erfindung diese Minibusse. Einfach heranwinken, reinzwaengen, wenig bezahlen und aussteigen wenn man will. Oder die Rythmen aus den Laeden. Grupo Cinco, Juanes und wie sie alle heissen. Und irgendwie hat jede Stadt so einen speziellen Charakter. Und der Kontrast zu New York hat mir gut getan. Das Scheppern der Subway, die vielen Leute, das vibrieren.

Vibriert hat dann auch der Bus nach Uyuni, schlechte Idee dieser Nachtbus. Komfortabel aber die Strasse ist mehr ein Acker und mir hats noch die letzten Reste der Grippe mit der ich in La Paz etwas gekaempft habe aus dem Koerper geruettelt. Ist ja auch gut so. Aber mit schlafen ist leider nicht allzu viel. Besser waere der Zug gewesen. Was solls, war dennoch eine interessante Fahrt.

Bus: Todo Turismo, 25US$, Es ruettelt und schuettelt…





La Paz – New York – Washington – New York – La Paz

6 01 2008

6.1.08, La Paz, der Anflug war wunderbar. Verschlafen und gerädert von einem wieder einmal nicht so prächtigen American Airlines Flug durch die Wolken hindurch das Altiplano und das Häusermeer von La Paz sehen. Wie ein Traum. Oder das Ende eines Traumes. Die Zeit in NYC war wunderbar. Ein toller Kontrast zu La Paz, Suedamerika und den Anden. Keine Indios welche Regalos wollen, leider auch keine Empanadas, dafür Fast Food zum Abwinken und kein schlechtes Gewissen von wegen ich sollte doch localfood essen. In den USA ist das ja local. Und kalt wars. Zum Glück hatte ich in La Paz noch kurz ein Windstopper zimmern lassen – Condoriri hat einen guten Job gemacht. Gab warm und hat den Wind abgehalten. Das auch am 31.12, Brighton Beach kurz vor 18h00 Eastern Time, also gerade vor Mitternacht in der Schweiz. Zu zweit, Champagner in Papiertüte, Schokolade, getrockneten Früchten, Wunderkerzen und einem riesen Strahlen im Gesicht. Kalt und einmalig ist gewesen.

Ist übrigens das russische Viertel rund um Brighton Beach. Faszinierend an NYC, einige Subwaystationen weiter und schon in einem komplett anderen Kulturkreis. Wieder weiter und schon wieder anders. Irgendwie toll wie das die USA mit der Integration und dem Zusammenleben der verschiedenen Kulturen hingekriegt haben. Auch sonst sind die Unterschiede wieder einmal was das Leben ausmacht. Neben der Hektik der Grossstadt haben wir die Region rund um Princeton bei Bekannten genossen. Tolle Gastfreundschaft und schön mitzuerleben wie es sich etwas mehr als eine Stunde von Manhatten entfernt lebt. Ruhig und idyllisch.

Dann gabs noch einie Portion Autofahren, von NYC fuer eine Nacht nach Washington DC. Entspannede und lustige Fahrt im Mietauto und dank GPS auch tiptop das Hotel gefunden. Schon eine praktische Sache diese Dinger. Und wie ist die Regierungsstadt? Anders als NYC, ruhiger aber auch hier würde eine Woche als Tourist ausgefüllt sein. Nimmt mich auch wunder wer dann im November 08 in Washington arbeitet und wer Tourist sein wird. Gerade haben ja die Primaries angefangen. In Iowa sind anscheindend 150US$ pro Einwohner für den Wahlkampf ausgegeben worden. Wäre ein tolles Essen. Und das ist ja erst der Anfang. Gibt es nach 20 Jahren Bush und Clinton nochmals jemanden aus diesen beiden Sippschaften?

Vamos a ver. Werden sich auch die Bolivianer sagen. Evo hat das Verfassungsreferendum anscheindend auf März festgelegt. Hat auf jeden Fall der Taxifahrer gesagt. Nimmt mich ja wunder wie das hier weitergeht. Bei mir ist noch ein, zwei Tage La Paz angesagt und dann will ich weiter in Richtung Süden.

Hotel:
New York, Pretty Inside,
147 Front St, Suite 216, tolles Hostel mit super Service. Gleichzeiig auch noch ein Spa. Toll gelegen an der Waterfront von Brooklyn. Interessantes Quartier mit einigen guten Restaurants und faszinierenden Läden.

Equipment: Condoriori, Calle Sagarnaga 339, Fon: 00591-2-319369; Massgeschneidertes Equipment in kürzester Zeit. Mein Windstopper habe ich am 24.12 bestellt und am 26.12 in den Händen.





Weihnachten

25 12 2007

Und auch in La Paz kommt das Christkind. Hat auch ein etwas kürzeren Weg, die Stadt ist ja ziemlich hoch gelegen. Und bietet auch unglaublich viele Möglichkeiten selber Christkind zu spielen. Viele Shops mit irgendwelchem Handwerk und auch ich konnte mich dem Rausch des Kaufens nur halbwegs entziehen. Im Moment ist darum gerade ein winddichter Faserpelz  in Fertigung welchen ich dann morgen abholen kann. Infos wo es was zu kaufen gibt kriegt man bei einem Reisebüro welches von einem Schweizer geführt wird. Andean Base Camp an der Illampu No 863. Super Information und auch eine riesige Auswahl an Reiseführern.

Ansonsten war ich an Weihnachten Hahn im Korb. Mit sieben Girls am Nachtessen. Beinahe wie bei den sieben Zwergen. Danach gings aber nicht ins Schloss zur Prinzessin sondern in die Kirche um einen Weihnachtsgottesdienst zu erleben. Ich kenn die katholische Kirche ehrlich gesagt nur als Tourist – und dies in Südamerika schon genügend. Aber die Messe war interessant. Mit weniger Tiefgang gings danach im Hostel zu und her. Irgendwie surreal. Ein Partymoloch und könnte gerade so gut auf Mallorca, Ibiza oder sonst wo auf dem Planeten sein. Bin dort gelandet aber gefällt mir nicht. Bin wohl zu alt…

Heute gehts dann zu nem Weihnachtsessen, danach morgen noch die Stadt geniessen und einen Tag später gehts dann schon wieder weiter in die nächste Stadt. Diesmal etwas weiter nördlich…





La Paz

22 12 2007

Der Besuch der Isla de Sol war wunderbar. Auf der Insel realisiert ich das ein Tag etwas kurz war. Waere wunderbar gewesen um etwas zu wandern und das super Wetter zu geniessen. So war nun nach 3h auf den Beinen Schluss. Aber das Trekken waere mit Freundin um so genussvoller. Zelten am Strand mit Sonnenuntergang… Aber die Insel hat auch an einem Tag ihren Reiz. Und die Sonne erst. Angeroetet vom Tag davor in der Haengematte musste ich deftig aufpassen damit sich das Rot der Haut nicht weiter verdunkelte.

Und dann war dann schon wieder mal eine Busfahrt angesagt. Nur 3h durch tolle gegenden, der Himmel mit Cumuli verziert La Paz entgegen. Vorbei an wie gewohnt aermlichen Doerfern, immer wieder fasziniert, was Indio Frauen alles Leisten. Im Strassengraben am Dreck Schaufeln, auf dem Feld, ueberall. Was die Maenner wohl machen. Apropos Maenner. Ich fragte mich schon, wieso es soviele Stiere auf den Feldern hat – bei uns hats ja beinahe nur Kuehe – und ich habs glaube ich rausgefunden. Wenn kein Traktor den Pflug zieht, dann muss ein Stier her. Und Traktore sieht man wirklich selten. Wohl desshalb weil ein Feld auch kaum die Groesse eines Traktores hat. Alles Handarbeit. Immer wieder erstaundlich, aufs neue Ueberraschend und irgendwie schockierend.

Nicht schockierend aber faszinierend war dann das Eintauchen nach La Paz. Zuerst auf dem Altiplano immer mehr Strassenhaendler, Maerkte, Verkehr. Dann das Tal. Vollgepflastert mit Haeusern. Und das abtauchen hinein. Ich bin gespannt was ich da alles entdecke. Und angespannt, weil einige Teile wohl auch nicht ganz gesund sind. Ich bin auf der Hut…

Huete werden einem da auch immer entgegengestreckt. Auf der Av. Santa Cruz hats soviele Bettler auf einem Haufen, wie ich noch nie gesehen habe. Unglaublich wie man lernt ignorierend daran vorbeizulaufen…

Hotel:
Loki Hostel La Paz – Dorm mit 5 Leuten und Bad für ca. 7US$. Hostel Kette in Südamerika für kulturell interessierte Reisende die auch in der Ferne nicht auf zuhause verzichten wollen. Betten sind super bequem und die Duschen warm mit viel Wasser. 

Hotel Fuentes – Einzelzimmer ca. 15US$, gut gelegenes Hotel welches ich wohl für meine letzte Nacht in La Paz geniessen werde.





Ciao Peru – Hola Bolivia

20 12 2007

Peru hat sich dann doch noch ziemlich versoehnlich von mir verabschiedet. Puno zeigte sich zwar regnerisch aber das Leben das auf der Strasse abgeht fand ich sympathisch. Wenig Touristen und viel Handel. Und auch mein bisher billigstes Mittagessen mit Suppe und Hauptgang fuer etwas weniger als einen Dollar war tiptop. Und dann war ich noch auf den schwimenden Inseln von Uros. War auch ganz interessant. Wobei fuer mich weniger die Inseln als die Fahrt mit dem Boot. War doch eine Abschlussklasse von Cusco mit dabei und die hatten einen riesen Spass beim mit dem Gringo Fotos machen. Also nur die Maedels. Die Jungs waren weniger interessiert ;-) . Daneben gabs noch ein paar Worte Quechua mit auf den Weg. Leider habe ich aber schon wieder alles vergessen.

Vergessen ist Peru aber noch nicht ganz. Ich bin nun in Bolivien angekommen. Der Lago de Titicaca ist wirklich schoen wenn die Sonne scheint. Jetzt muss ich nur schauen wie ich den Sonnenbrand auf dem Handruecken Pflege, welchen ich am Nachmittag beim Schlafen in der Haengematte eingeholt habe. Auf 3800m und blauem Himmel und ca. 3/8Cu am Horizont muss ich wohl etwas besser aufpassen…

Hotel: Copcacabana – erste Nacht fuer 25Bolivanos (ca. 3.5US$) im Hotel 6 de Augusto. Einfach schlecht.
Jetzt im Hostal Leyenda, 100B und saubere Zimmer, sicht auf den See. Guter Eindruck.

Und noch einen Tip: Das Hostal La Cupula. Da lag ich den Nachmittag in den Haengematten. Super toll. Haben auch noch ein paar Suiten – sieht genial aus…








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