Cotopaxi

16 11 2007

Cotopaxi – der Name verfolgt mich nun schon seit einiger Zeit und nun war es soweit. 5897m standen auf dem Program. 5800m waren es schlussendlich. Fragen? Dann hier die Antworten. In Riobamba konnte ich ja schon nen Vulkan von unten bewundern und befahren – mein nächstes Ziel war, mal zu erleben, wie ich mit der Höhe und der Stelheit dieser Feuerspeienden Monster zurechtkomme. Gegen die Höhe kann man sich akklimatisieren und gegen die Steilheit hilft nur eines: Kondition.
Meine Akklimatisation war eher minimal – zuerst 4 Wochen in Cuenca auf 2500m, vor langer Zeit eine Wanderung im Cajas Park auf ca. 4200m, eine halbe Woche vor dem Tag X der Mountainbike Trip am Chimborazo, dann eine Nacht auf ca. 3100m im Hotel Cuella de Luna und einen Tag vor dem Abenteuer noch etwas Wandern und vor Hunden in Deckung gehen auf ca. 3300m. Nicht nichts aber auch nicht ideal. Und die Kondition – nun um die steht es nicht allzu schlecht, aber alle die mich am Speer miterlebt haben können das sicher besser beurteilen…

Meinen ersten Tag in Latacunga habe ich dann mit der Suche nach einer Agentur verbracht und in TOVAR Expediciones auch gefunden. Als ich im Büro war, kam auch gerade ein Guide herein und es stellte sich heraus, dass dieser auch Deutsch konnte – wieso auch nicht dachte ich – in der Höhe bin ich sicher nur noch halb so clever und so buchte ich für Mittwoch/Donnerstag den Trip. Am Dienstag ging ich dann Wandern und nervte mich über die Canyons, welche mir den Weg versperrten und wunderte mich, welch grosse privaten Grundstücke eingezäunt sind. Querfeldeinwandern ging aber und ein paar nette Worte halfen, dass ich auch weiter Wandern durfte…

Mittwoch war dann Tag 1 – Am morgen um ca. 11 gings los, mit dem Auto in den Nationalpark Cotopaxi. Schöner Park mit einer Hochebene auf ca. 3700m. Hier gibt´s auch eine alternative zum sich an die Höhe gewohnen (Tambopaxi). Ich fuhr aber nur durch und auf 4650m war dann Schluss und die letzten 150m zum Refugio mussten wir zu Fuss zurücklegen. Dies in losen Kies und mich hat´s beinahe umgebracht. Ich dachte, wenn alles so streng wird, dann werde ich den Berg wohl nicht näher sehen. Ich verfluchte meine Kondition und die Akklimatisation. Auf 4800m pochte dann der ganze Körper… Interessant.
Mein Guide Israel (aka Emilio) sorgte sich hervorragend um mich, kochte ein superbes Menu und nach dem Nachtessen gings dann um ca. 19h00 ins Bett – resp. in den Schlafsack. Bis 00h00 verbrachte ich die Zeit um auf meinen Körper zu hören und etwas über die Zeichen von Sauerstoffmangel zu lernen. Als Abwechslung habe ich auch noch ca. 1h geschlafen.
Um Mitternacht gings dann endlich los. Anziehen, Morgenessen und hinaus in den Schnee. Mit Stirnlampe am Kopf und grossen Fragezeichen im Kopf gings dann los, den Berg hinauf. Der Schnee und die leider etwas warmen Temperaturen (d.h. der Schnee war ziemlich weich), machten allen zu schaffen. Steil wars und während der ersten beiden Stunden dachte ich, wenn das so weiter geht, werfe ich den Bettel hin. Lässt aber der Stolz doch nicht zu. Klar. Und so ging es weiter, Schritt für Schritt, hinter Israel her, der einen guten Rythmus vorgab und eine Schrittlänge mit welcher ich gut klargekommen bin. Schritt, Tritt, Ausrutsch, wieder ein Schritt, Gedanken, tief Atmen, … so ging es stetig hinauf. Ich habe es verflucht unf genossen. Die Dunkelheit, nur der Kegel der Stirnlampe der Hell war. Und der Blick nach oben war Dunkel – ausser ein paar Sterne am Himmel. Ich habe mich über jeden neuen Stern gefreut, welcher über der Krete aufgetaucht ist. Zusammen mit der Dämmerung haben wir dann eines der letzten steilen Stücke erreicht. Und als dieses hinter uns war, war die grosse Frage – können wir nun noch eine Traverse wagen oder hat es zuviel unstabilen Schnee? Die Ecuadorianischen Guides waren eher negativ. Ich fühlte mich zwar noch ganz fit aber ich dachte mir, lieber mehr als 100 Tage weiterreisen als die letzten 100m versuchen zu erklimmen und schneller im Tal zu sein als mir lieb ist. Ein paar Oesterreicher und Deutsche, welche ohne Führer unterwegs waren habe die Situation anders beurteilt und sind weiter gegangen. Wir sind dann Abgestiegen und endlich konnte ich die Pracht des Berges geniessen, welche beim Aufstieg in der Dunkelheit verborgen war.

Fazit 1: Es hat sich gelohnt und war eine wunderbare Erfahrung. Die Höhe hat mir erstaundlich wenig zugesetzt (viel Trinken, auf den Körper achten, Schokolade und tief Atmen helfen). Vom Körper her wäre der Berg machbar gewesen. Aber ich bereue die Entscheidung nicht.

Fazit 2: Ich muss auch in der Schweiz öfters in die Berge. Wunderbare Sache, der Wind um die Ohren, der Duft von frischem Schnee und der Kontrast zwischen blauem Himmel und weissem Schnee.

Hotels:
Hostel Tiana, Latacunga, 8US$/13.50US$ mit Frühstück. Zentral gelegen. Sauber. Etwas dunkle Zimmer aber bequeme Betten.

Hotel Cuello de Luna – ich hatte nur noch ein Doppelzimmer für 30US$ – auch ansonsten ziemlich teuer. Aber das Cheminee im Zimmer hat mir gut getan.

Tour Operator:
TOVAR Expediciones – Preise sind in Latacunga eher etwas tiefer als in Quito oder Riobamba. Die Qualität der Ausrüstung ist passabel – im Nachhinen. Für meine schweizer Augen aber Gewöhnungsbedürftig. Mein Eindruck war, dass die Leute welche von Quito gekommen sind eher etwas besser ausgerüstet waren.

Guide:
Israel kann ich nur weiterempfehlen. Er kann auch alles inkl. Transport, etc. Organsieren. Bei Interesse sende ich gerne seine Koordinaten - bitte Komentar hinterlassen oder aber via Kontaktformular anfragen.